Verführerisch verpackt - Die bunte Welt der Werbung und Warenverpackung

Werbeplakat der Marke Kraft für Velveta Käse aus dem Allgäu; eine lächelnde Frauenfigur in Tracht schüttet Milch aus einem Holzeimer direkt in die halbkreisförmige Pappverpackung des Käses, da die Marke mit dem "ganzen Vollgehalt der Milch" wirbt
Drei rote Dosen Schokoladen-Creme der Marke Lorsa zu einer Pyramide gestapelt
Drei kleine Pappaufsteller von Bärenmarke in Form der markentypischen Bären, die mit einer Dose Kondensmilch auf dem Rücken oder im Arm durch die Berge wandern

9. April bis 16. Oktober 2005

Maggi, Nescafé, 4711, Persil oder Bärenmarke – wer kennt sie nicht? Gemeinsam mit dem Sarotti-Mohr, dem Froschkönig von Erdal und vielen anderen bekannten Produkten der Werbung stehen sie im Mittelpunkt der Ausstellung. Etliche Markenartikel und ihre zugehörigen Warenverpackungen gibt es bereits seit mehr als hundert Jahren. Ihre Erscheinung wurde jeweils mehr oder weniger stark dem Zeitgeschmack angepasst.

Nach 1870 begann in Deutschland ein wirtschaftlicher Boom, immer mehr Waren kamen auf den Markt und mussten sich in den neuen Kolonialwarenläden behaupten. Einige Firmen versuchten deshalb, ihre Produkte aus der Menge herauszuheben. Sie ließen sie einheitlich verpacken und als Markenartikel registrieren. Ein Signet oder Warenzeichen machte sie unverwechselbar. So warb beispielsweise Kaiser´s Kaffee mit der lachenden Kaffeekanne oder Dr. Oetker mit dem „Hellkopf", der immerhin schon seit 1899 „im Geschäft" ist. Die Kunden konnten sich daran orientieren und erhielten überall die gleiche Qualität. Markenbindung ist seit jeher das Ziel der Hersteller. Bei der Werbung gingen indes Information und Verführung zum Kauf oft Hand in Hand.

Die Ausstellung zeigt verpackte Lebensmittel von Kondensmilch über Käse bis zu Gewürzen und Kindernahrung, dazu Süßspeisen und Backzutaten. Bis in die 1950/60er Jahre hinein wurde Vieles offen aus Großbehältern verkauft. Meist dekorativer präsentieren sich Genussmittel wie Alkohol, Tabakwaren, Tee, Kakao, Kaffee und Ersatzkaffee sowie Gebäck und andere Süßigkeiten. Kosmetika, Drogeriewaren und manches frühe Verbandsmaterial waren aufwendig verhüllt, nüchterner dagegen die Medikamente. Eine bunte Parade an Putz-, Schuhpflege- und Waschmitteln lädt zum Vergleich mit heute, ebenso Haushaltsgeräte, Schreibwaren, Bekleidung und Kurzwaren. In Prospekten und Katalogen, die teilweise aus der Zeit vor 1945 stammen, breitet sich das Warenangebot der Versandhäuser aus.

Erstaunlich reichhaltig sind die Werbemittel wie Sammelbilder, Spielzeug, Fähnchen, Aschenbecher, Dosenöffner, Garneinfädler, Rechenblöcke, Zahlteller, Aufsteller und Plakate. Die Firmen lieferten sie an die Läden zur Benutzung und Information oder ließen sie an die Kunden verteilen. Mit Prospekten kündigte beispielsweise Sanella ein Preisausschreiben und 1932 seine Radiowerbung an.

Lassen Sie sich verführen von Warenverpackungen und Werbung der Zeit zwischen 1890 und 1970, von der Ata-Flasche bis zur Zuban-Zigarette! Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Farbkatalog (48 S., 10,00 EUR).

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