Station "Auf die Märkte" in der Dauerausstellung "Rieser Landwirtschaft im Wandel", Informationstafeln zum Nutzvieh Kuh, Schwein und Schaf mit davorstehenden Modellen
Inszenierung einer Szene auf einem traditionellen nordschwäbischen Markt, im Vordergrund Gerätschaften zum Transport von Waren und lebenden Tieren
Gespann eines Marktwagens mit Säcken auf der Ladefläche, auf dem eine lebensgroße Puppe sitzt, ein Modellpferd ist vor den Wagen gespannt



Die Rieser Landwirtschaft im Wandel


In der ehemaligen Klosterökonomie ist unter dem Motto

"Vom Kuhgespann zum Traktor,
von der Sichel zur Mähmaschine,
vom Untertan zum Unternehmer,
von der Gemeinschaftsarbeit zum Einmannbetrieb"

eine umfangreiche Dauerausstellung über die Geschichte der Rieser Landwirtschaft eingerichtet. Sie spannt einen Bogen von 1800 bis 1950, von der Handarbeit mit einfachen Geräten bis zur Vollmechanisierung. In diesem Zeitraum änderte sich nach jahrhundertelangem Stillstand ungeheuer viel:
- der einzelne Bauer erhielt das Eigentum über seinen Besitz,
- er musste keine Handdienste mehr leisten
- und keine Abgaben mehr an den Grundherrn oder die Kirche entrichten.
- Landwirtschaftsschulen, landwirtschaftliche Vereine, Feste und Ausstellungen vermittelten den Bauern die neuen fachlichen und technischen Kenntnisse.

Die Bauern nutzten die früheren Brachflächen für neue Pflanzen (Klee, Kartoffeln, Rüben). Düngung erhöhte den Ertrag. Eiserne Geräte ersetzten die alten hölzernen. Die Eisenbahn erleichterte den Transport. Maschinen sparten Arbeitskräfte ein, waren aber anfangs sehr teuer. Kredite vergaben die Spar- und Darlehenskassenvereine, auch Maschinen, Saatgut und Düngemittel bezog man über die Genossenschaftsvereine.

Das Ries gilt als eine Kornkammer Bayerns. Viele Aspekte des Wandels werden deswegen am Beispiel des Getreidebaus, der Getreideernte und -weiterverarbeitung gezeigt. Zur Erntezeit mussten vielfach zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dem Transport mit Karren, Wagen und Zugtieren kam eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft zu. Der Antrieb der Dreschmaschinen erfolgte anfangs noch per Hand, später mit Göpel, Lokomobile oder Motor. Der Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse erfolgte über die verschiedenen Märkte und Schrannen.

Die abwechslungsreiche und lebendige Gestaltung mit historischen Fotos und Filmen, Hörbeispielen, Modellen zum Ausprobieren und Inszenierungen macht den Gang durch 150 Jahre Landwirtschaft zu einem Erlebnis für Erwachsene und Kinder.

Katalog

Das Begleitbuch zur Ausstellung ist im Museum erhältlich.
Weitere Infos unter Publikationen.

Station zu den Abhängigkeiten eines Bauers, in weißen Silhuetten Personen, die etwas vom Bauern in Farbe fordern
Szenerie einer Getreideernte in Handarbeit, Feld und Arbeiter in Zeichnung an der Wand, davor zugehörige Arbeitsgeräte wie Sensen und Messer, Rechen und Seil und eine Garbe Stroh
Grün-schwarze Lokomobile mit roten Rädern